Amerikanische Medikamentenzulassungsbehörde FDA warnt vor schwerwiegenden Wechselwirkungen zwischen bestimmten Blutfettsenkern (Statinen) und Protease-Inhibitoren (gegen HIV und HCV)
Am 1. März veröffentlichte die „Food and Drug Administration“ (FDA) einen Warnhinweis, wonach aufgrund von Wechselwirkungen zwischen bestimmten Substanzen der Medikamentenklasse der Statine und Protease-Inhibitoren, das Risiko für Muskelschäden erhöht ist.
Die FDA wies darauf hin, dass die Fachinformation der Protease-Inhibitoren und der betroffenen Statine bezüglich der Wechselwirkungen zwischen Protease-Inihibitoren und den Statinen aktualisiert worden sind. Protease-Inhibitoren und Statine begleitend verabreicht, können die Blutspiegel der Statine erhöhen und so das Risiko von Muskelschäden (Myopathie) erhöhen. Die schwerwiegendste Form der Myopathie, die Rhabdomyolyse, kann die Nieren schädigen und zu einem möglicherweise tödlichen Nierenversagen führen.
Statine sind eine Medikamentenklasse, die – zusammen mit Ernährungsumstellung und Sport – eingesetzt wird, um die Werte des ungünstigen LDL-Cholesterins im Blut anzusenken.
Die FDA empfahl, den Empfehlungen in den Fachinformationen zu folgen, wenn HIV- oder HCV-Protease-Inhibitoren zusammen mit Statinen eingesetzt werden sollen und verwies auf eine FDA-Seite mit weiterführenden Informationen. Die Fachinformationen enthalten zusätzlich Dosisempfehlungen für Statine, die sicher zusammen mit HIV- oder HCV-Protease-Inhibitoren eingesetzt werden können.
Zusammenfassung der Daten
Auf der angegebenen weiterführenden Seite der FDA werden die Daten zu den Wechselwirkungen wie folgt zusammengefasst:
Atorvastatin
Die Ergebnisse einer Medikamentenwechselwirkungsstudie mit Atorvastatin ind Lopinavir/Ritonavir (Kaletra), die bislang in der Gebrauchsinformation von Atorvastatin enthalten waren, sind bislang nicht bestätigt worden. Aus diesem Grund sind diese Daten aus der Gebrauchsinformation von Atorvastatin entfernt worden, ebenso wie die maximale Atorvastatin-Dosis von 20 mg, wenn die Substanz zusammen Kaletra eingesetzt werden soll. Die ausstehenden Bestätigung dieser Studie berücksichtigend, sollten Ärzte Atorvastatin und Kaletra nur mit Vorsicht gemeinsam einsetzen und die niedrigste nötige Dosis von Atorvastatin einsetzen.
Lovastatin und Simvastatin
Lovastatin und Simvastatin sind in vivo empfindliche Substrate des Cytochroms P450 3A4 (CYP3A4). Daher erhöhen starke CYP3A4-Inhibitoren vorhersehbar die Exposition gegenüber Lovastatin und Simvastatin. Eine Überprüfung der Literatur legt nahe, dass Itraconazol, ein starker CYP3A4-Inhibitor, die Lovastatin-Exposition um den Faktor 20 erhöhte und diese Wechselwirkung scheint Rhabdomyolyse auszulösen [1]. Itraconazol erhöhte die Simvastatin-Exposition um den Faktor 13.
Daher muss erwartet werden, dass andere CYP3A4-Inhibitoren wie Ketokonazol, Posaconazol, Erythromycin, Clarithromycin, Telithromycin, Nefazdodon, HIV-Protease.Inhibitoren und HCV-Protease-Inhibitoren die Exposition gegenüber Lovastatin und Simvastatin bedeutsam erhöhen. Daher ist die Gabe von Lovastatin und Simvastatin begleitend zu HIV-Protease-Inhibitoren oder HCV-Protease-Inhibitoren (Boceprevir und Telaprevir) kontraindiziert.
Rosuvastatin
Die Kombination der HIV-Protease-Inhibitoren Lopinavir/Ritonavir und Atazanavir/Ritonavir erhöhte die Rosuvastatin-Exposition um den Faktor 3. In diesen Kombinationen sollte die Rosuvastatin-Dosis 10mg nicht übersteigen.
Dosisempfehlungen im Einzelnen
Siehe Anhang
Literaturangaben
1. Lees RS, Lees AM. Rhabdomyolysis from the coadministration of lovastatin and the antifungal agent itraconazole. N Engl J Med. 1995;333:664-5.
Quelle: FDA (http://www.fda.gov/Safety/MedW…294294.htm und (http://www.fda.gov//Drugs/DrugSafety/ucm293877.htm)
Am 1. März veröffentlichte die „Food and Drug Administration“ (FDA) einen Warnhinweis, wonach aufgrund von Wechselwirkungen zwischen bestimmten Substanzen der Medikamentenklasse der Statine und Protease-Inhibitoren, das Risiko für Muskelschäden erhöht ist.
Die FDA wies darauf hin, dass die Fachinformation der Protease-Inhibitoren und der betroffenen Statine bezüglich der Wechselwirkungen zwischen Protease-Inihibitoren und den Statinen aktualisiert worden sind. Protease-Inhibitoren und Statine begleitend verabreicht, können die Blutspiegel der Statine erhöhen und so das Risiko von Muskelschäden (Myopathie) erhöhen. Die schwerwiegendste Form der Myopathie, die Rhabdomyolyse, kann die Nieren schädigen und zu einem möglicherweise tödlichen Nierenversagen führen.
Statine sind eine Medikamentenklasse, die – zusammen mit Ernährungsumstellung und Sport – eingesetzt wird, um die Werte des ungünstigen LDL-Cholesterins im Blut anzusenken.
Die FDA empfahl, den Empfehlungen in den Fachinformationen zu folgen, wenn HIV- oder HCV-Protease-Inhibitoren zusammen mit Statinen eingesetzt werden sollen und verwies auf eine FDA-Seite mit weiterführenden Informationen. Die Fachinformationen enthalten zusätzlich Dosisempfehlungen für Statine, die sicher zusammen mit HIV- oder HCV-Protease-Inhibitoren eingesetzt werden können.
Zusammenfassung der Daten
Auf der angegebenen weiterführenden Seite der FDA werden die Daten zu den Wechselwirkungen wie folgt zusammengefasst:
Atorvastatin
Die Ergebnisse einer Medikamentenwechselwirkungsstudie mit Atorvastatin ind Lopinavir/Ritonavir (Kaletra), die bislang in der Gebrauchsinformation von Atorvastatin enthalten waren, sind bislang nicht bestätigt worden. Aus diesem Grund sind diese Daten aus der Gebrauchsinformation von Atorvastatin entfernt worden, ebenso wie die maximale Atorvastatin-Dosis von 20 mg, wenn die Substanz zusammen Kaletra eingesetzt werden soll. Die ausstehenden Bestätigung dieser Studie berücksichtigend, sollten Ärzte Atorvastatin und Kaletra nur mit Vorsicht gemeinsam einsetzen und die niedrigste nötige Dosis von Atorvastatin einsetzen.
Lovastatin und Simvastatin
Lovastatin und Simvastatin sind in vivo empfindliche Substrate des Cytochroms P450 3A4 (CYP3A4). Daher erhöhen starke CYP3A4-Inhibitoren vorhersehbar die Exposition gegenüber Lovastatin und Simvastatin. Eine Überprüfung der Literatur legt nahe, dass Itraconazol, ein starker CYP3A4-Inhibitor, die Lovastatin-Exposition um den Faktor 20 erhöhte und diese Wechselwirkung scheint Rhabdomyolyse auszulösen [1]. Itraconazol erhöhte die Simvastatin-Exposition um den Faktor 13.
Daher muss erwartet werden, dass andere CYP3A4-Inhibitoren wie Ketokonazol, Posaconazol, Erythromycin, Clarithromycin, Telithromycin, Nefazdodon, HIV-Protease.Inhibitoren und HCV-Protease-Inhibitoren die Exposition gegenüber Lovastatin und Simvastatin bedeutsam erhöhen. Daher ist die Gabe von Lovastatin und Simvastatin begleitend zu HIV-Protease-Inhibitoren oder HCV-Protease-Inhibitoren (Boceprevir und Telaprevir) kontraindiziert.
Rosuvastatin
Die Kombination der HIV-Protease-Inhibitoren Lopinavir/Ritonavir und Atazanavir/Ritonavir erhöhte die Rosuvastatin-Exposition um den Faktor 3. In diesen Kombinationen sollte die Rosuvastatin-Dosis 10mg nicht übersteigen.
Dosisempfehlungen im Einzelnen
Siehe Anhang
Literaturangaben
1. Lees RS, Lees AM. Rhabdomyolysis from the coadministration of lovastatin and the antifungal agent itraconazole. N Engl J Med. 1995;333:664-5.
Quelle: FDA (http://www.fda.gov/Safety/MedW…294294.htm und (http://www.fda.gov//Drugs/DrugSafety/ucm293877.htm)
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Titel: | Dosisempfehlungen im Einzelnen |
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